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Parkett, Linoleum, PVC, Kautschuk, Kork oder Laminat?
colour-europe.de. 10.11.2004. (Bau 05) Der Bodenbelag ist im Wohnungsbau wie im Industrie- und Objektbau mit entscheidend für die Wohnqualität, für die Wirtschaftlichkeit und Nutzerfreundlichkeit eines Gebäudes. Auch Architekten beziehen den Bodenbelag zunehmend in ihre gestalterischen und ästhetischen Überlegungen ein.
Parkett
Der deutsche Parkettmarkt blieb in den Zeiten der Bauflaute von großen Einbrüchen weitgehend verschont, obwohl die Branche in Teilmärkten wie dem niedrigen und mittleren Qualitäts- und Preissegment dennoch enormen Druck ausgesetzt war. Im Berichtsjahr 2003 melden jedoch einzelne Hersteller schon wieder hohe Umsatzzuwächse. So ist der Umsatz von Mosaikparkett um 12 Prozent angestiegen, Stabparkett verbucht ein Plus von 6 Prozent, massive Landhausdielen schlagen mit 29 plus Prozent zubuche, Holzpflaster sogar mit 40 Prozent.
Der Trend zum Parkett scheint also ungebrochen. Die Branche und ihre Zulieferindustrie zeichnet eine hohe Innovationsbereitschaft aus, die das Fußbodenelement aus Holz in der Gunst der Bauherren und Renovierer einen weiten Schritt nach vorn gebracht hat. Der Ökologie-Bonus des natürlichen Rohstoffs Holz wird mit Lösemittel-freien Klebern und Wasser-basierten Versiegelungen oder Oberflächenbehandlungen auf natürlicher Öl-/Wachsbasis wesentlich gesteigert. Entsprechend gut sind Energie- und Ökobilanz von Holzfußböden, vor allem weil auch die lange Lebensdauer über mehrere Generationen einbezogen wird. Schließlich lassen sich die meisten Holzfußböden nach jahrelanger Beanspruchung leicht renovieren.
Das Angebot an Holzarten, Verlegemustern, Oberflächen, Elementgrößen und -dicken sowie vorgefertigten Parkettarten war noch nie so groß wie heute. Dadurch kann jeder Architekt, jeder Parkettleger, jeder Bauherr einen individuellen Holzfußboden für jeden Einsatzbereich schaffen. Neuentwicklungen beziehen sich auch auf die problembefreite Verlegung von Parkettelementen. So wird ein Großteil der Parkettarten heute schon ohne Leim mit so genannten Klick- oder Clip-Verbindungen verlegt, die sogar ein nachträgliches Entfernen der Parkettelemente und den Wiedereinsatz an anderem Ort ermöglichen. Dadurch ist Parkett auch für Mieter zu einem interessanten Bodenbelag geworden. Nutzerfreundlich sind auch die neuentwickelten Oberflächenbehandlungen mit hoher Abriebfestigkeit und leichter Pflege sowohl bei Versiegelungen als auch bei Öl-/Wachs-Systemen. Matte Oberflächen sind dabei im Trend.
Hinsichtlich den Gestaltungsmöglichkeiten bieten Parkettelemente jede Alternative. Neben schlichten Mustern werden heute vorgefertigte Intarsienböden angeboten, die man früher nur in Schlössern bewundern konnte, oder Elemente im Baukastenprinzip, die der Bauherr nach eigenem Geschmack kombinieren kann. Ergänzt wird das Angebot durch reine Objektböden wie Doppelbodensysteme oder federnde Sporthallenböden aus Holz.
Textile und elastische Beläge
Im Jahr 2003 konnten die Hersteller von Bodenbelägen einen Absatz von 475 Mio. Quadratmetern (Quelle: Deutscher Korkverband e.V.) verzeichnen. Davon waren 256 Mio. Quadratmeter textile Beläge und 75,3 Mio. Quadratmeter elastische Beläge.
Alle textilen und elastischen Beläge sind in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich und - in Abhängigkeit davon - im Wohnungs-, Verwaltungs-, Objekt- und öffentlichen Bau einzusetzen. Eine Sonderposition nimmt der Gewerbe- und Industriebereich ein. Hier eignet sich auf Grund der dort herrschenden hohen Anforderungen lediglich der äußerst strapazierfähige Kautschukbelag. In Gebäuden mit erhöhten hygienischen Anforderungen (Krankenhäuser, Operationsräume, Laboratorien, Halbleiterfertigung etc.) werden textile Beläge nicht verlegt. Hier kommen die elastischen Beläge zum Einsatz (meist PVC und Kautschuk), weil sie eine geschlossene Oberfläche besitzen und leicht zu reinigen sind. Die Verlegung von textilen und elastischen Belägen erfolgt in der Regel durch vollflächiges Verkleben. Textile Beläge werden durch Bürstsaugen oder Staubsaugen gereinigt. In Abhängigkeit von Beanspruchung und Verschmutzung kann eine feuchte Grundreinigung (z.B. Shamponieren) notwendig werden. Elastische Beläge werden - in Abhängigkeit ihrer materialspezifischen Eigenschaften und der werksseitigen Ausrüstung - nach einer speziellen Erstbehandlung feucht gereinigt. Die Kosten für Bodenbeläge hängen sehr stark von der Materialqualität und den vom Nutzer geforderten Eigenschaften ab. Laminat nimmt eine Sonderstellung ein, denn es zählt weder zu den textilen noch zu den elastischen Belägen.
Textile Beläge
Textile Beläge (Teppiche) bestehen aus Natur- und/oder Chemiefasern. Man unterscheidet in Abhängigkeit des Herstellungsverfahrens zwischen Tufting, Webware und Nadelvlies. Die allgemein übliche Verlegart ist das vollflächige Verkleben auf dem vorhandenen Boden. Die lose Verlegung (stellenweise fixiert) eignet sich für kleinere Räume (bis ca. 25 Quadratmeter) und ist dann angebracht, wenn der vorhandene Boden nicht beschädigt werden darf oder wenn der Belag später wieder aufgenommen werden soll. Eine andere Verlegtechnik ist das Verspannen. Es ist etwa dreimal so teuer wie das Verkleben, kann sich aber (beispielsweise nach einem Umzug) durch Wiederverwendbarkeit schnell amortisieren.Textile Beläge werden im Wohnungs-, Verwaltungs-, Objekt- und öffentlichen Bau verlegt. Ein Quadratmeter Nadelvlies kostet durchschnittlich 30,00 Euro, Tuftingteppich 55,00 € und Webware 75,00 € (Tab. 2).
Elastische Beläge
Linoleum ist ein strapazierfähiger und extrem langlebiger Bodenbelag. Das Material reagiert empfindlich auf zu große Feuchtigkeit. Linoleumbeläge gibt es als Bahnen und Platten, die vollflächig verklebt werden. Die Nähte müssen verschweißt werden, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann. Einsatzgebiete sind Wohnungs-, Verwaltungs-, Sport-, Objekt- und öffentlicher Bau (einschl. Krankenhäuser, Heime). Ein Quadratmeter Linoleum kostet durchschnittlich 50,00 €
PVC-Böden können überall dort eingesetzt werden, wo hohe Abriebfestigkeit, Beständigkeit gegenüber Säuren und Laugen sowie leichte Reinigung, Hygiene und/oder Staubfreiheit gefordert werden (Krankenhäuser, Labors, Reinsträume zur Halbleiterfertigung). Dieser Belag ist besonders gut für Feuchträume geeignet. PVC gibt es in Bahnen und Fliesen, die vollflächig verklebt werden. Durch Verschweißen der Nähte entsteht eine geschlossene Oberfläche. Ein Quadratmeter PVC kostet durchschnittlich 55,00 €.
Kautschukbeläge, auch als Gummi- oder Elastomerbeläge bezeichnet, sind extrem widerstandsfähig und werden im Gesundheitswesen, in Industrie und Gewerbe, Geschäften, Bahnen, Bussen, Schiffen, Sportstätten, Flughäfen, Kindergärten, Lehre, Forschung sowie Bürobauten eingesetzt. Ebenso eignen sie sich für den Wohnungsbau, werden dort aber relativ selten verlegt. Kautschukbeläge sind als Fliesen- und Bahnenware erhältlich, werden vollflächig verklebt und kosten etwa 50,00 € inkl. Verlegung (bei Abnahme von mind. 500 m²).
Kork
Korkbeläge sind als Fliesen und als Kork-Parkett erhältlich. Korkfliesen werden auf dem Untergrund verklebt, Kork-Parkett eignet sich sowohl für die feste Verklebung als auch für die schwimmende Verlegung. Der Belag eignet sich nicht für Feuchträume wie beispielsweise Bäder. Kork wird überwiegend im Wohnungsbau eingesetzt. Ein Quadratmeter Kork kostet durchschnittlich 60,00 €.
Laminat
Laminatböden sind äußerst strapazierfähig und werden schwimmend verlegt, also nicht geklebt. Auf Grund der losen Verlegung ist der Boden sehr gut für Renovierungsarbeiten geeignet. Laminatböden können im Wohnungs-, Verwaltungs- und Objektbau eingesetzt werden. Sie sind besonders vor Nässe zu schützen und bedürfen nur einer nebelfeuchten Pflege. Ein Quadratmeter Laminatboden kostet durchschnittlich 35,00 €.
colour-europe.de. 10.10.2005.
Kommunikation zwischen allen Systempartnern ist wichtig. Dies gilt
auch für Klebstoffe in der High-End-Anwendung ebenso wie für Klebstoffe und deren Anwendungen in
traditionellen Marktsegmenten.

So hat der Industrieverband Klebstoffe (IVK) gemeinsam mit
Sachverständigen und wichtigen Verbänden des Handwerks einen Fußbodenpass
entwickelt. Während der Bauphase verbessert der Fußbodenpass nicht nur den
Informationsfluss zwischen allen Gewerken, die Fußbodenarbeiten durchführen,
sondern er ermöglicht gleichzeitig eine lückenlose Dokumentation über alle
eingesetzten Materialien und damit über den Aufbau einer
Fußbodenkonstruktion. Nicht nur Bauherren, sondern auch Vermietern und
Mietern, steht mit dem Fußbodenpass ab sofort eine bis dato nicht vorhandene
technisch zuverlässige Dokumentation zur Verfügung, auf die beispielsweise
im Falle technischer oder aber raumlufthygienischer Fragestellungen
jederzeit zurückgegriffen werden kann. Der Fußbodenpass dient der Sicherung
der Qualität in der Fußbodentechnik, und er verbessert das Image der
Arbeiten des professionellen Fachhandwerks gegenüber den Verbrauchern.
Kontakt: IVK Tel: 0211/6 79 31