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Text auf dieser Seite entstammt Medien, in denen der VdL oder das DLI mit Nennung der Autoren meinungsbildende Beiträge in Form von Kolumnen usw. veröffentlichen. Also z.B. um Exklusiv-Beiträge von Mitarbeitern des Verbandes. Besonders solche Veröffentlichungen wollen wir hier vorstellen und wir beginnen mit dem ".. missa est" in einer seit über fünf Jahren gepflegten Aufmachung der Zeitschrift "F+L". Wie Leser vermuten, entsteht der Eindruck, es gebe eine Präferenz des Verbandes für diesen Titel. Verstärkt wird diese Wahrnehmung durch die Verwendung des VdL-Logos und der Aufmacherzeile "vdl aktuell..." |
![]() Verband der deutschen Lackindustrie e.V. |
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Es
ist vollbracht...
und das ist zunächst einmal das Beste, was man über die neue Chemikalienpolitik der Europäischen Union sagen kann. Kein Abgeordneter, kein Kommissionsbeamter und auch nicht die Ratsmitglieder mochten sich noch mit dem Thema REACh befassen.
Man hätte da und man müsste dort, ... alles müßig, denn im Dezember wurde ein Schlussstrich gezogen. Zu der Verordnung nebst Anhängen werden sich in den nächsten Monaten noch die umfangreichen Umsetzungshilfen aus den sogenannten REACh Implementation Projects (RIP) gesellen. Man darf gespannt sein, ob sie wirklich praxistauglich sein werden. Zwar wirken auch Industrie-Experten mit; ob sich deren Meinung aber durchsetzen wird, muss nach den früheren Erfahrungen mit der ED-Bürokratie mit Skepsis betrachtet werden.
Im zweiten Halbjahr 2007 wird die Lackindustrie erste Erfahrungen mit REACh sammeln können. Dann wird sich sehr bald zeigen, ob der befürchtete Bürokratie Tsunami auf die mittelständisch strukturierte Zubereitungsindustrie hereinkrachen wird. Für die Lackindustrie wird sich auch erweisen, ob und in welchem Umfang wichtige Rohstoffe vom Markt verschwinden wer den und wie sich das Verhältnis zu den Lieferanten entwickeln wird. Aber: Keine Herausforderung ohne Chance! REACh könnte natürlich auch zum Anlass genommen werden, die Rohstoff- und Produktpalette in der Lackfertigung einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht ließen sich da Einspareffekte realisieren?
Gänzlich unbefriedigend ist die Regelung für Importe von Fertigerzeugnissen aus Nicht-EU-Ländern: Lackierte Gegenstände können ohne Beschränkung auf den europäischen Markt gebracht werden, auch wenn sie Stoffe enthalten, die hier nicht registriert sind. Das Ausmaß der dadurch erzeugten Wettbewerbsverzerrung ist noch nicht auszumachen, wird aber wohl erheblich sein. Und wie lange wird es dauern, bis Verbraucherschützer die ersten Klagen vorbringen, dass trotz REACh immer noch bedenkliche Chemikalien in Babyspielzeug, Sportkleidung oder Elektronikgeräten auftauchen? Wer hat dann den Mut, darauf hinzuwei sen, dass es bei REACh eben nicht um effektiven Verbraucherschutz ging - der hätte anders ausgesehen - sondern um ein gigantisches Datenbeschaffungsprogramm zur Befriedigung der Neugierde von Behörden und NGOs?
Anmerkung der Redaktion
colour-europe.de:
Die Passage, die wir hier noch einmal wiederholen, klingt sehr moderat, fast
wie ein Einlenken, mehr noch: Die wie beilläufige Bemerkung klingt wie eine
Aufforderung an die Mitglieder, die vielleicht eher ein Trostpflaster erwartet
hatten..
"REACh könnte natürlich auch zum Anlass genommen werden, die Rohstoff- und Produktpalette in der Lackfertigung einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht ließen sich da Einspareffekte realisieren?"
Wozu unsere Redaktion schon seit den Anfängen von REACh immer wieder geraten hat, ist durch die erfolgreiche Lobbyarbeit der Industrie jetzt noch plausibler geworden: Wer die Rezepturen auslichtet (auslichten muss) hat jetzt einen guten Grund dazu. Die Frage ist nur, warum dazu erst Quasi-Unglücke wie REACh geschehen müssen. Eine Situation wie im Straßenverkehr.