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Statements der Verbände |
Bundesinnungsverband des deutschen Maler- und Lackiererhandwerks (HVFGB) |
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Vorschau auf die "FAF" 2007 Stand Mitte 10/2006 | |||||||
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Verband der deutschen Lackindustrie |
Jürgen Hinz
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| textMenue_Maler 02 |
Jürgen Hinz,
Präsident Hauptverband Farbe Gestaltung Bautenschutz
zur Eröffnungspressekonferenz der Messe Farbe – Ausbau & Fassade 2007
am 19.10.2006 in Köln
Sehr geehrte Damen und Herren von der Fach- und Tagespresse,
sehr geehrter Herr Pothof,
lieber Kollege Hilger,
sehr geehrter Herr Dr. Güttler,
die einleitende Übersicht von Herrn Pothof macht bereits deutlich: Es war die richtige Entscheidung, mit der Farbe - Ausbau & Fassade 2007 eine neue Ausrichtung vorzunehmen, einen neuen Weg zu beschreiten.
Zwar fällt es auch uns in den Vorbereitungen nicht leicht, sich angesichts des einmalig verkürzten Messerhythmus, bereits wieder intensiv dem Messegeschehen zu widmen. Die Resonanz auf der Ausstellerseite, die positive Stimmung bei der Farbe 2005, sind für uns ein wichtiges Fundament, um bereits heute mit großen Hoffnungen und Optimismus auf die neue Messe im Jahr 2007 zu schauen. Dafür nehmen wir gerne weitere Anstrengungen in Kauf.
Lassen Sie mich zunächst kurz auf die derzeitige wirtschaftliche Situation in unserer Branche eingehen.
Wir verzeichnen eine leichte Zunahme bei den Betriebsgründungen. Derzeit zählen wir insgesamt 41.605 Maler- und Lackierbetriebe, die in die Handwerksrolle eingetragen sind. Die Zahl der Beschäftigten ist auf 196.000 gesunken. Wir gehen davon aus, dass die stark rückläufige Entwicklung bei Umsatz und Beschäftigten, mit teilweise Verlusten von 6 bis 8 % pro Jahr, gestoppt ist und wir in diesem Jahr mit einem Ergebnis auf dem Vorjahresniveau das Jahr abschließen können. In einzelnen Teilbereichen, wie bspw. bei der Wärmdämmung, ist ein „Auftragsboom“ erfreulicherweise zu verzeichnen. Dies führt dazu, dass seitens der Zuliefererindustrie Lieferschwierigkeiten bei den Dämm-Materialien bestehen. Wir hoffen, dass sich die Hersteller schnell auf die neue Marktsituation einstellen und uns zukünftig ausreichend Materialien zur Verfügung stehen. Die jetzt bestehenden Lieferprobleme haben bereits viele Betriebe in Bedrängnis gebracht. Witterungsbedingt können Wärmedämmarbeiten nur in einem bestimmten Zeitraum vorgenommen werden. Unsere Kunden haben wenig Verständnis dafür, wenn es Verzögerung bei der Auftragsausführung gibt. Zwar hat das Maler- Lackiererhandwerk einen Marktanteil von mehr als 75 % bei der Verarbeitung von Wärmedämm-Verbundsystemen, der Gesamtanteil am breiten Spektrum der Maler-Lackiererar-beiten liegt bei WDVS aber nur bei ca. 12 %. Von daher macht sich die positive Auftragsentwicklung dort nicht stärker im Gesamtergebnis bemerkbar. Gerade bei den Maler- und Anstricharbeiten würden wir uns eine weitere Belebung noch wünschen.
Die seitens der Bundesregierung angekündigte weitere Förderung von Wärmedämmarbeiten, mit der zusätzlichen Unterstützung der Kommunen, bietet für das Jahr 2007 gute Aussichten in diesem Marktsegment. Auch der seit diesem Jahr geltende Steuerabzug bei Handwerkerleistungen hat sich gerade im Maler-Lackiererhandwerk positiv bemerkbar gemacht. Unsere Betriebe spüren eine Belebung in der Nachfrage, ausgelöst durch die Motivation der Kunden Steuern zu sparen. Unsere Betriebe haben diese Möglichkeiten auch offensiv in ihr eigenes Marketing zur Kundenwerbung aufgenommen. Mehr als 500.000 Flyer der seitens unseres Verbandes aufgelegten Information zum Steuerabzug bei Maler-Lackierarbeiten sind bereits abgerufen worden und zur Kundenwerbung eingesetzt worden. Angesichts der durch den Gesetzgeber beschlossenen Kostensteigerungen für das Jahr 2007 sind wir auf solcherlei Maßnahmen auch dringend angewiesen. Wir rechnen mit steigenden Beiträgen bei der Renten- und Krankenversicherung, bei den Beiträgen zur Bau-BG und auch die beschlossene Erhöhung der Mehrwertsteuer wird uns im besonderen Maße treffen. Nach unseren Berechnungen führt dies zu drastischen Erhöhungen der Lohnzusatzkosten, um ca. 2,6 %, oder um einen weiteren Anstieg im Lohnpreis von ca. 1,30 € die Stunde, ohne dass hier weitere Lohnerhöhungen bereits Berücksichtigung fanden.
Leider waren die politisch Verantwortlichen nicht davon zu überzeugen, von der Erhöhung der Mehrwertsteuer abzusehen oder für arbeitsintensive Dienstleistungen, wie Maler- Lackierarbeiten, einen reduzierten Mehrwertsteuersatz einzuführen. So ist davon auszugehen, dass im kommenden Jahr für die Schwarzarbeit ein weiteres Konjunkturprogramm geschaffen wurde.
Gerade vor diesem Hintergrund ist eine erfolgreiche Messe Farbe – Ausbau & Fassade 2007 im kommenden Jahr für uns von existenzieller
Bedeutung.
Neue Innovationen und Techniken, auch vor dem Hintergrund der dann geltenden ersten Stufe der VOC-Richtlinie, benötigen wir, um am Markt unsere besondere Kompetenz als Profi-Verarbeiter deutlich positionieren zu können. Die Messe bietet für uns die große Chance, die breite Öffentlichkeit auf unser vielfältiges Tätigkeitsspektrum aufmerksam zu machen. Wenn mehr als 50.000 Fachbesucher zur Farbe – Ausbau & Fassade 2007 strömen, so ist dies ein nachhaltiger Beitrag zur Endverbraucheransprache. Die Eindrücke und Informationen zu neuen Techniken und Produkten sowie deren praktische Umsetzung in der Verarbeitung, können von unseren Betrieben direkt bei der Kundenansprache eingesetzt werden. Eine bessere und zielgerichtetere Ansprache, mit direkten Wirkungen am Markt, gibt es in der gesamten Branche nicht.
Wir werden von daher unsererseits alle Anstrengungen unternehmen, um im Verbund mit der Messegesellschaft und dem Deutschen Stuckgewerbebund den Ausstellern eine interessante Plattform bei dieser Messe zu bieten.
In der neuen Halle 6 werden Sie auf mehr als fast 1500 qm die Messepräsentation unseres Verbandes erleben können. Mit den uns verbundenen Einrichtungen und Organisationen werden wir das umfängliche Dienstleistungsangebot zum Nutzen unserer Betriebe darstellen. Die Mitgliedschaft in der Fachorganisation lohnt sich. Sowohl in der allgemeinen Interessensvertretung gegenüber der Politik und in der Branche, wie auch bei konkreten Beratungs- und Informationsleistungen, haben wir in der Verbandsorganisation vieles anzubieten. An allen Messetagen wird es im Bereich unseres Forums Kurzvorträge und Diskussionen zu aktuellen Themen aus der Technik und der Betriebsführung geben. Die gute Resonanz bei der Messe 2005 hat uns darin bestärkt, diese Aktivitäten weiterzuentwickeln. Bestandteil unseres Messestandes ist zudem die Präsentation von 9 Meisterschulen und Berufsbildungseinrichtungen. Wir wollen damit ein deutliches Zeichen in Richtung Ausbildung, der Sicherung eines qualifizierten Nachwuchses für die Betriebe, geben. Dazu wird auch wiederum das Bildungsforum beitragen, welches wir als Verband anbieten. Erstmalig werden wir zu einer Messe alle 380 Obermeister der uns angeschlossenen Innungen einladen. Ziel ist es, diese Veranstaltung als Demonstration des Maler-Lackiererhandwerks für unsere handwerkspolitischen Forderungen zu nutzen. Aktuelle Themen aus der Handwerkspolitik, wie auch Fragen zur eigenen Organisation werden wir im Kreise unserer Obermeister beraten. Komplettiert wird unser eigenes Veranstaltungsprogramm durch die Tagung der Internationalen Malerunion UNIEP. Als Präsident der UNIEP freut es mich, dass auch diese Tagung bereits bei der Messe „Tradition“ hat. Gerne kommen die Kollegen aus unseren europäischen Schwesterverbänden zur Messe. Die internationale, insbesondere europäische Ausrichtung unserer Veranstaltung findet hier seinen besonderen Ausdruck.
Weitere Veranstaltungshöhepunkte, wie bspw. das Architektenforum oder den Tag der Wohnungswirtschaft, hat Herr Pothof bereits dargestellt.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
2007 ist für uns ein besonders wichtiges Jahr. Wir werden am Markt vor der Herausforderung stehen, den leicht zu verspürenden Aufschwung in unserer Branche zu verstetigen und nach vorne zu führen. Ich bin mir sicher, eine erfolgreiche Messe Farbe – Ausbau & Fassade 2007, mit der neuen Trägerschaft, mit der Erweiterung im Segment Putz und Stuck und mit einer vertieften Zusammenarbeit der Kollegen aus dem Stuckateurhandwerk, - wir haben hier neue Freunde gefunden, lieber Jürgen -, ist ein gutes Fundament um diese Herausforderungen zu meistern. Ich darf Sie herzlichst bitten, uns dabei zu unterstützen und sich mit für eine erfolgreiche Messe einzusetzen. Das Team der Koelnmesse Ausstellungen mit Herrn Pothof, Frau D´Hondt und ihren Mitarbeitern ist Garant dafür, dass es uns in den neuen Messehallen nicht an Gastfreundschaft und Unterstützung mangeln wird.
Dr.
Hans-Joachim Güttler
Vorsitzender der Fachgruppe
Bautenanstrichmittel
im Verband der deutschen Lackindustrie e.V.
bei der Pressekonferenz zur Farbe - Ausbau & Fassade 2007 in Köln
am 19. Oktober 2006
Es gilt das gesprochene Wort
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
der deutsche Lack- und Farbenmarkt hat sich in den vergangenen Monaten deutlich erholt und stabilisiert. Nach den jahrelangen Abwärtstrends am Markt für Bautenanstrichmittel ist dies eine gute Nachricht. Die Hersteller gehen davon aus, dass dies sich auch im kommenden Jahr so fortsetzen wird, wenn auch eine leichte Abschwächung in Folge der Mehrwertsteuererhöhung zu erwarten ist. Mittlerweile sind so viele Investitionen angekurbelt worden, dass wir von einer gewissen Nachhaltigkeit der Nachfrage nach Baufarben und Bautenlacken ausgehen können. Dabei müssen wir die verschiedenen Produktsegmente sehr differenziert betrachten. Einer überproportional positiven Entwicklung im Bereich der Wärmedämmung,
Bautenanstrichmittelmarkt Deutschland - Inlandsverbrauch (Menge)
Bautenanstrichmittelmarkt Deutschland Inlandsverbrauch (Wert)
Putze und Innendispersionen steht ein eher zurückhaltendes Wachstum im Bereich der Lacke und Lasuren gegenüber.
Auch in den kommenden Monaten wird sich der Trend ungebrochen fortsetzen, dass sich sowohl der Do-it-yourself-Bereich als auch der Profimarkt mit einem Wachstum von nur ein bis zwei Prozent entwickeln werden. Getragen wird das Wachstum in jedem Falle vom Renovierungsbedarf und weniger stark vom Neugeschäft.
In den letzten 24 Monaten haben wir bei den Rohstoffen nicht nur drastische Verteuerungen, sondern auch ernsthafte Lieferengpässe erlebt. Die Rohstoffknappheit war teilweise durch die hohe Nachfrage in Asien und teilweise durch Produktionsstilllegungen verursacht. Gegenwärtig erleben wir einen Stau bei der Abarbeitung von Wärmedämmarbeiten, da hier wegen der hohen Nachfrage der Hausbesitzer die Lieferanten mit der Produktion von Wärmedämmplatten nicht mehr nachkommen.
Ebenso wie die Rohstoffe sind in den letzten Monaten auch die Energiekosten gestiegen. Zwar ist der Ölpreis in den letzten Wochen von sein Jahreshöchstständen wieder etwas zurückgegangen. Die Überlegungen der OPEC, die Förderquoten zu drosseln, lassen einen deutlichen Preisrückgang beim Rohöl allerdings eher unwahrscheinlich werden. Außerdem ist die politische Situation im Nahen Osten nach wie vor brisant. Da fast alle Rohstoffe erdölabhängig sind und die Rohstoffkosten mit 50 Prozent am Lackpreis zu Buche schlagen, darf hier keine Entspannung erwartet werden. Die Kalkulation der Lackhersteller wird zusätzlich dadurch belastet, dass im Jahr 2007 neue Produkte auf den Markt kommen, die der so genannten Decopaint-Richtlinie entsprechen. Diese Produkte, die deutlich lösemittelärmer sind, haben einen höheren Festkörper und – damit verbunden – höhere Materialkosten. Auch die Entwicklungsarbeiten, die für die Rezepturumstellungen angefallen sind, müssen sich amortisieren. Für eine mittelständische Lackfabrik sind hier bis zu 0,5 Mannjahren für ein Rezept angefallen, insgesamt sind im Schnitt über 100 Rezepturen zu überarbeiten. Das gleiche Procedere wird noch einmal verschärft für die zweite Stufe der Decopaint-Richtlinie bis zum Jahr 2010 ablaufen. Es sollte für uns alle selbstverständlich sein, dass derartige Verbesserungen im Interesse der globalen Umwelt nicht umsonst zu haben sind.
Gleiches gilt auch für die Innovationen in der Lackindustrie. In den letzten Jahren sind zahlreiche neue innovative Beschichtungssysteme auf den Markt gekommen, die als Smart Coatings, funktionelle Beschichtungen oder auch als Nanolacke zu bezeichnen sind. Einige davon nutzen die Möglichkeit, mittels nanoskaliger Rezepturinhaltsstoffe wasser- und schmutzabweisende Oberflächen zu erzeugen, andere nutzen die besonderen chemischen Eigenschaften von Silizium-Kohlenstoffverbindungen zur Herstellung von Anti-Graffiti-Beschichtungen u.s.w..
Daneben treten jetzt photoreaktive Beschichtungen, die die Eigenschaften des Titandioxids nutzen, bei Einwirkung von energiereichem Licht Verschmutzungen oder Schadstoffe zu oxidieren und in unbedenkliche Stoffe umzuwandeln. Durch den Einsatz von Silberpartikeln lässt sich in bestimmten Anstrichsystemen die Verwendung von bioziden Wirkstoffen ersetzen. Auf die Art und Weise können zum Beispiel Schimmel oder andere Krankheitserreger auf der Oberfläche von sensiblen Einrichtungen bekämpft werden. Nanoskalige Eisenoxidpigmente werden verwendet, um Holzwerkstoffe besonders kratzfest zu machen beziehungsweise gegen ultraviolette Strahlen zu schützen.
Aus Sicht der Lackindustrie ist das Ende der Innovationszyklen bei den Smart Coatings noch längst nicht erreicht. Interessant sind sicherlich so genannte Phasenwechselmaterialien, die eine erhebliche Kapazität zur Aufnahme und Wiederabgabe von Wärme haben. Auf diese Weise könnte die Wärmedämmung von Gebäudeflächen weiter verbessert werden. Insbesondere könnten auch solche Bauwerke, bei denen eine herkömmliche Wärmedämmung nicht möglich ist, energetisch verbessert werden. Ich bin überzeugt davon, dass gerade auf dem Feld der energetischen Aufwertung von Fassadenflächen noch einiges Potential durch die Nanotechnologie erschlossen werden kann und dass wir bei der Messe FARBE 2007 wieder neue Produkte vorgestellt bekommen.
Auch auf einem anderen Felde können wir mit weiteren Neuerungen rechnen, auch wenn sie nicht kreativer, sondern eher bürokratischer Natur sind. CAFE, REACH, GHS heißen die gesetzlichen Regelungen, die im Interesse der Umwelt und des Verbraucherschutzes erlassen werden. Das CAFE-Programm – Clean Air For Europe – wird aller Wahrscheinlichkeit nach dazu führen, dass die Bestimmungen für die Luftreinhaltung in Europa nochmals verschärft werden. Das bedeutet für die Lackhersteller und die Lackverarbeiter, dass auch die Lösemittelemissionen erneut in die Diskussion kommen werden. Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass in Deutschland die Gesamtmenge der flüchtigen organischen Verbindungen, die jedes Jahr emittiert werden dürfen, nach 2010 von 950.000 Tonnen um weitere 25 Prozent abgesenkt werden sollen. Davon werden sicherlich auch handwerklich verarbeitete Produkte, bei denen eine Abluftreinigung eben nicht möglich ist, betroffen sein.
Erhebliche Auswirkungen auf den Lackmarkt wird die jetzt gegenwärtig neu formulierte Chemikalienpolitik der EU haben. Die REACH-Verordnung, die dazu dient, alle Chemikalien zu registrieren, zu bewerten und gegebenenfalls zuzulassen, befindet sich gegenwärtig in der zweiten Lesung im Gesetzgebungsverfahren. Der Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes hat vor einigen Tagen darüber beraten. Jetzt wird noch das Plenum in Straßburg damit befasst, bevor der Europäische Rat und die EU-Kommission am Zuge sind. Wir gehen davon aus, dass die REACH-Verordnung Anfang kommenden Jahres in Kraft treten wird, was zunächst für die Rohstoffhersteller, aber mit nur kurzer Verzögerung auch für die Hersteller von Lacken, Farben, Klebstoffen und anderen Zubereitungen zu erheblichen Arbeitsbelastungen und Kosten führen wird.
Zusammen mit der europäischen REACH-Verordnung möchte die EU-Kommission auch das so genannte Globally Harmonised System für die Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen und Zubereitungen einführen. Dieses so genannte GHS-System ist von der UN initiiert worden und soll zu einer weltweit einheitlichen Kennzeichnung von Produkten führen. Allerdings ist gegenwärtig noch nicht ganz klar und sicher, ob wirklich alle Länder sich auf einen solchen einheitlichen Standard einschwören lassen. In jedem Falle wird GHS dazu führen, dass aus formalen Gründen Produkte, deren Gefahrenpotential unverändert ist, in Zukunft überhaupt oder schärfer zu kennzeichnen sind. Dies wirkt sich dann unmittelbar auf die Vorschriften zur Lagerung, Transport und Kennzeichnung der Zubereitungen aus. Warnsymbole, Kennzeichnungen, Sicherheitsdatenblätter, technischen Merkblätter und begleitenden Unterlagen müssen überarbeitet werden müssen. Die Maler werden sich an ein neues System von Symbolen und Warnhinweisen gewöhnen müssen. Im Idealfall geschieht dies parallel zur Einführung der REACH-Verordnung, worauf wir alle hoffen, da es den Aufwand deutlich reduzieren würde. In jedem Falle kann man aber in Abwandlung eines Kanzlerwortes sagen: Es wird zwar nicht alles besser, aber alles anders.
Bis sich all diese Veränderungen am Markt in Produkten zeigen, wird noch einige Zeit vergehen. Trotzdem beschäftigt sich die Lackindustrie schon heute intensiv mit diesen Fragen, denn die Weichen werden gegenwärtig gestellt. Was heute versäumt wird, kann in fünf oder zehn Jahren nur mit einem immensen Aufwand an Zeit und Geld korrigiert werden, wenn überhaupt. Deshalb ist es wichtig, dass man sich rechtzeitig mit den anstehenden gesetzlichen Vorhaben auseinandersetzt und gemeinsam mit den Kunden die berechtigten Interessen bei Politik und Behörden vertritt. In diesem Sinne ist der Verband der deutschen Lackindustrie nicht nur für seine Mitglieder, sondern auch für alle Kunden der Lackindustrie tätig.
Bautenanstrichmittelmarkt Deutschland - Inlandsverbrauch (Menge)
|
Bautenanstrichmittel |
2005 |
2006 |
Veränd. |
|
Dispersionsfarbe/Innenwandfarbe |
510 |
535 |
4,9% |
|
Fassadenfarben + Silikat |
155 |
160 |
3,2% |
|
Kunstharzputze + Silikat |
114 |
115 |
0,9% |
|
Grundierungen/Überzugsmittel |
60 |
60 |
0,8% |
|
Dispersionslackfarben |
31 |
32 |
4,9% |
|
Bautenlacke, lösungsmittelhaltig |
41 |
40 |
-2,4% |
|
Lasuren, wässrig |
15 |
15 |
1,3% |
|
Lasuren, lösungsmittelhaltig |
22 |
22 |
0,0% |
|
Spachtel |
82 |
80 |
-2,1% |
|
Sonst. (Leimanstr., Wasserf.) |
16 |
16 |
0,0% |
|
Gesamt |
1.045 |
1.075 |
2,9% |
Bautenanstrichmittelmarkt Deutschland Inlandsverbrauch (Wert)
|
Bautenanstrichmittel |
2005 IST |
2006 PR |
Veränd. |
|
Dispersionsfarbe/Innenwandfarbe |
514 |
530 |
3,1% |
|
Fassadenfarben + Silikat |
242 |
250 |
3,3% |
|
Kunstharzputze + Silikat |
120 |
125 |
4,2% |
|
Grundierungen/Überzugsmittel |
153 |
155 |
1,3% |
|
Dispersionslackfarben |
190 |
202 |
6,3% |
|
Bautenlacke, lösungsmittelhaltig |
204 |
200 |
-2,0% |
|
Lasuren, wässrig |
56 |
58 |
3,6% |
|
Lasuren, lösungsmittelhaltig |
93 |
96 |
3,1% |
|
Spachtel |
64 |
65 |
1,6% |
|
Sonst. (Leimanstr., Wasserf.) |
15 |
15 |
0,0% |
|
Gesamt |
1.651 |
1.696 |
2,7% |
Jürgen G. Hilger
Vorsitzender des Deutschen Stuckgewerbebundes
im ZDB,
anlässlich der Pressekonferenz zur „Farbe – Ausbau & Fassade“ 2007
am 19. Oktober 2006 in Köln
Sehr geehrte Damen und Herren,
wenn ich heute hier als Vorsitzender des Deutschen Stuckgewerbebundes im ZDB zu Ihnen spreche, darf ich dieses auch gleichzeitig im Namen meines Kollegen, Herrn Hans-Josef Aretz, Vorsitzender des Fachverbandes Deutsches Fliesengewerbe im ZDB tun.
Meine Damen und Herren, die Baubranche entwickelt sich zunehmend zu einem Markt, auf dem nicht mehr nur reine Bauleistung, sondern auch Dienstleistungen rund um das Gebäude gehandelt werden.
Auf der Nachfrageseite reagieren private und in steigendem Umfang auch öffentliche Auftraggeber auf diese Entwicklung mit veränderten Anforderungen. Sie erwarten Dienstleistung und Service über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes, von der Idee, über die Planung und Ausführung bis hin zu Abriss und Recycling, und das am besten aus einer Hand.
Auch im Ausbau und insbesondere im „Bauen im Bestand“, sowohl im Wohnungsbau, als auch im Gewerbebau ist dies zu spüren.
Die Branchen der Stuckateure sowie der Fliesenleger und der Maler sind hier besonders gefragt und neben den Elektro- und Installationsgewerben die Partner der Auftraggeber.
Von daher ist es nur konsequent, wenn die ausführenden Ausbaugewerbe auch im Messewesen zueinander finden. Dies auch zum Vorteil der Aussteller aus dem gesamten Bauzuliefererbereich, nicht nur aus Kostengesichtspunkten, sondern auch um Effizienzgewinne und Innovationsschübe aus den verschiedenen Ausbaubranchen zu erhalten. Gleiches gilt selbstverständlich auch für die Besucher der Messe „Farbe – Ausbau & Fassade“ 2007 vom 18. bis 21. April 2007 hier in Köln.
Mit der Präsens des Deutschen Stuckgewerbebundes im ZDB und des Fachverbandes Deutsches Fliesengewerbe im ZDB auf der Messe „Farbe – Ausbau & Fassade“ 2007 wurde ein erstes Signal in die Richtung der gemeinsamen Partnerschaft im Messewesen gegeben.
Meine Damen und Herren, wenn wir heute über das Bauen in Netzwerken sprechen, so geht es vor allen Dingen um die Kommunikation am Bau; vor, während und nach dem eigentlichen Bauprozess, d. h. planen, finanzieren, bauen, nutzen und betreiben. Die Lebenszyklusbetrachtung gewinnt in der Bauwirtschaft immer größere Bedeutung.
Die Bauwirtschaft hat zum großen Teil in den vergangenen Jahren nur zögerlich auf die neuen organisatorischen und technologischen Herausforderungen reagiert. Die Chancen, die in innovativen, logistischen Kooperationen und effizienzsteigernden Netzwerken liegen, wurden nur ganz allmählich erkannt.
Daher müssen wir uns mit diesem Thema stärker befassen als dies bisher der Fall war. Denn in der umfassenden und durchgängigen Kommunikation aller an einem Bauprojekt beteiligten Partner liegen erhebliche Rationalisierungspotenziale, die es zu nutzen gilt und die wir als deutsche Bauunternehmen in unserer weiterhin angespannten Wettbewerbssituation dringend brauchen. Dies gilt gleichermaßen für den europäischen Wettbewerb.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir brauchen angesichts des Rückgangs der Bautätigkeit in den klassischen Feldern neue Märkte. Die privatwirtschaftliche Realisierung öffentlicher Bauaufgaben ist ein interessantes Aufgabenfeld – zumindest für einen Teil unserer Firmen. Darüber hinaus liegt ein weiteres großes Potenzial für die Zukunft darin, dass unsere Bauunternehmen verstärkt kooperieren – also im Netzwerk arbeiten.
„ÖPP – Öffentlich-Private-Partnerschaft“ hat zwischenzeitlich einen hohen Stellenwert, auch in Deutschland bekommen.
Ob durch größere Leistungen im Kerngeschäft oder einer Erweiterung hin zu mehr Komplettangeboten, die zwischenbetriebliche Zusammenarbeit aller Baubeteiligten kann dazu beitragen, die Marktposition insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen zu festigen oder gar auszubauen. Hinzu kommt der dritte Faktor, der für die Entwicklung der Bauunternehmen von Bedeutung ist: nämlich die Ressource Information.
Zukünftig wird es immer entscheidender sein, ob ein Unternehmen in der Lage ist, die richtigen Informationen zeitnah, schnell und richtig auszuwerten. Informationsvorsprünge sind Wettbewerbsvorsprünge.
Wenn auch die Meisterqualifikation in verschiedenen Bereichen nicht mehr ausschlaggebend ist für die Eröffnung eines Handwerksbetriebes, so wird sie doch ausschlaggebend sein für die Durchführung einer hochwertigen handwerklichen Qualitätsarbeit im Sinne des Kunden. Was nützen die Baustoffe und Bausysteme auf höchstem technischen Niveau, wenn die Verarbeitung vor Ort den Kunden durch fehlerhafte Ausführung unzufrieden stimmt. Hier leiden Produkthersteller und Kunden auf hohem Niveau.
Bereits heute ist absehbar, dass in Zukunft der Kampf nicht mehr um die billigsten Preise beim Angebot im Vordergrund steht sondern der Krieg um das „Humankapital“, der Kampf um hochqualifiziertes Personal mit Gesellen-, Meister- und Ingenieurausbildung.
Dies gilt nicht nur für den Inlandsmarkt, auch in den Beitrittsländern werden deutsche Firmen am Humankapital gemessen.
Meine Damen und Herren, der Kunde, der eine Baumaßnahme in Auftrag gibt, muss im Mittelpunkt stehen. Hier muss die Stärke unserer Meisterbetriebe mit Meisterqualität liegen. Transparenz während aller Phasen des Projektes, vom Planungsstadium bis zur Übergabe, erhöht die Zufriedenheit des Kunden. Was bietet sich da mehr an, als ein positives Signal auf der Messe „Farbe – Ausbau & Fassade“ 2007 in Köln zu setzen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, dass wir uns als Unternehmer im Bereich Stuck, Putz, Trockenbau und Fliesen auch sozial engagieren, dokumentieren wir durch unsere Aktion „KidsKlinik – Wir putzen sie heraus!“ im Rahmen der Deutschen Kinderhilfe Direkt e. V. Wir sanieren und modernisieren Kinderstationen in Krankenhäusern, um denjenigen zu helfen, die sonst wenig Beachtung finden.
Ich darf mich an dieser Stelle auch noch einmal bei der Koelnmesse GmbH recht herzlich bedanken, die uns bei den Vorbereitungen zur Messe „Farbe – Ausbau & Fassade“ 2007 tatkräftig unterstützt hat.
Unser Wunsch ist es, dass Besucher und Aussteller der „Farbe – Ausbau & Fassade“ 2007 mit dem Ergebnis der Messe zufrieden sind und die „Farbe – Ausbau & Fassade“ 2007 auch positive Signale für die Bauwirtschaft sendet.
Ich würde mich freuen, Sie auch an unserem Stand, der sich unter dem Motto „Phantasiewelten“ präsentiert, begrüßen zu können.
Als bedeutendes, international orientiertes Ereignis der Branche soll die „Farbe – Ausbau & Fassade“ 2007 neben Produkten, Konstruktionen und Techniken auch die Bauaufgaben der Zukunft – architektonisch-räumlich, formal – gestalterisch, technisch-funktional darstellen. Hierzu haben wir den Wettbewerb „Phantasiewelten – die Suche nach dem Machbaren“ zum ersten Mal ins Leben gerufen. „Phantasiewelten“ ist ein Gestaltungs- und Realisierungswettbewerb für Studierende und angehende und zukünftige Meisterschüler, der im Vorfeld der Messe „Farbe – Ausbau & Fassade“ 2007 stattfinden wird. Hochschulen haben gemeinsam mit Meisterschulen neue Möglichkeiten im Rahmen eines Wettbewerbs über die Grenzen des zur Zeit Machbaren hinaus im Bereich Stuck-Putz-Trockenbau erkundet.
Die Ergebnisse werden in einer dreitägigen Show auf dem Stand des Verbandes präsentiert.
Gleichzeitig präsentieren wir Ihnen dort auch unsere Leistungsshow „Latente Talente“, ein Kunst- und Designwettbewerb für unsere Ausbildungsstätten, der die Ergebnisse handwerklicher und künstlerischer Ideen von Auszubildenden aus der ganzen Bundesrepublik wieder gibt.
Lassen Sie sich überraschen. Ich lade Sie herzlich ein.