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Beton muss Gegenentwürfe
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Wir verweisen auf das „Malerblatt" 1+2 2006. Die Gewinner erhielten neben ihren Preisen ein Jahresabonnement einer Zeitschrift aus dem Konradin-Verlag, in dem auch das „Malerblatt" erscheint. Dort wurden die Arbeiten von Jürgen Opitz, Lohmar und Christian Reichelt, Darmstadt, publiziert. Außerdem Werke von Malwine Stettner, Mainz, Silvia Sattler, München, Solenn Borchers, Mainz, Ruth Hilpert, Straubing. Hier bringen wir einen kleinen Bilderbogen des Wettbewerbs. |
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Phänomen Farbe
20.02.2006. Die detaillierte Auswertung der Studie, in der nach den Stimmungsbildern beider Gebäude gefragt worden, hatte zum. Ergebnis: Mehrheitlich vermitteln die Bauwerke Anmutungen, die nicht im Einklang mit ihrer Funktion stehen, sondern ihr widersprechen.
Der Start des Wettberbs wurde in Köln realisiert:
Anlässlich der Fachmesse „Farbe 2005" führte Atelier Benad zusammen mit dem
Malerblatt im Foyer der Messe die Umfrage durch. Es wurde nach
Anmutungsqualitäten zum Paul-Löbbe-Haus und zur Pinakothek der Moderne
gefragt. Beide Bauwerke wurden auf Fotoblättern mit je 5 bzw. 6 Aufnahmen
präsentiert, wobei eine ausgewogenen Mischung aus Gesamt- und
Detailansichten sowie unterschiedliche Witterungsverhältnisse (blauer
Himmel, grauer Himmel) bzw. Jahreszeiten berücksichtigt wurden. In einem
semantischen Differential („Polaritätenprofil") wurden verschiedene
Anmutungsqualitäten vorgegeben. Von „trifft zu" bis „trifft nicht zu"
(bzw. „der komplementäre Begriff trifft zu") standen den Teilnehmern der
Umfrage fünf abgestufte Möglichkeiten zur Verfügung, die jeweilige
Anmutung auf das Gebäude zu
beziehen. Die Ergebnisse der keineswegs
wissenschaftlichen angelegten Umfrage beschreibt der Farbdesigner Martin
Benad auf seiner Website so: Die Münchener Pinakothek der Moderne ist genau wie das Paul-Löbbe-Haus (für die Abgeordneten in Berlin) von außen – und beim Wettbewerb ging es nur um die Außengestaltung – ein ausgesuchtes Beispiel arroganter Architektur. Und sind die Innenräume noch so lichtdurchflutet, so zurückhaltend und zweckdienlich, was nutzt es, wenn dieser hässliche Bauklotz vom Publikum als Kunstbunker oder gar als Sarkophag empfunden wird. Und die etwas mehrgliederige Verwaltungsarchi-tektur des Berliner Abgeordnetenhauses lässt den Architekten, der sich mit diesem undemokratischen Bauwerk ein Denkmal gesetzt hat, als kommunikativ völlig ungenügend erscheinen. Es ist jedenfalls ein Jammer, wenn irgendwer glaubt, hier habe das 21. Jahrhundert begonnen. Für den, der nun die
Wettbewerbs-ergebnisse sieht, dürfte es keine Überraschung sein: Geliefert
wird der Beweis dafür, dass sich Herrschafts-architektur mit Farbe nicht
ausdeuten
Nun stellte man sich schon bei der
Ausschreibung des Wettbewerbs die Fragen, ob - wie es Martin Benad
formuliert - Farbe die Anmutung z.B. des Berliner Bauwerks so verändern
könnte, dass seine Funktion ablesbar werden würde. Und: Könnte man einen
Bezug zum architektonischen Umfeld herstellen, vor allem zum Reichstag, den
das Abgeordnetenhaus jetzt mit einer abweisenden Wandscheibe ignoriert? Lässt sich dies, so Benad weiter, auf eine Weise erreichen, bei der Farbe
nicht dekorativ aufgesetzt, sondern wie aus einem Guss mit der Baugestaltung
wirkt? Zu diesen anspruchsvollen Wettbewerbs-Aspekten gingen zahlreiche
Einsendun-gen ein, genauso zu dem Münchener Museumsobjekt. Die Sponsoren waren Caparol
Farben Lacke Bautenschutz GmbH, Friedrich Ernst von Garnier, Konradin
Verlagsgruppe/Malerblatt, Muster-Schmidt Verlag und Buchhandlung, NCS
Natural Color System, Sto AG. |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Die Jury: Prof. Karl-Dieter Bodack (FH Coburg), Friedrich Ernst von Garnier (Farbgestalter), Prof. Gerhard Meerwein (FH Mainz, Salzburger Seminare des BEF-IACC), Martin Benad (Atelier Benad, Farbgestalter). Mehr Informationen zum Wettbewerb, zu den Ideen für eine farbige Gestaltung und den Gestaltern finden sich einerseits in der Zeitschrift „Malerblatt" (Januar und Februar 2006) und auf der Website www.architekturfarben.de von Martin Benad. Bei ihm bedanken wir uns sehr herzlich für die angenehme Zusammenarbeit und das großzügige Überlassen der Abbildungen. fma |