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Annette Kamieth-Flöer |
org: FarbOffice name: Annette Kamieth-Flöer tel: 0208/5885917 fax: 0208/5885920 url: www.farboffice.de adr: Auf dem Dudel 22, 45468 Mülheim an der Ruhr email: office@farboffice.de title: Farbgestalterin BEF/IACC |
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Leistungsumfang |
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Vita |
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Credo „Gute Malerei, gute Farbgestaltung lässt sich mit gutem Kochen vergleichen. Auch ein gutes Kochrezept verlangt wiederholtes Kosten. Und das beste Probieren hängt ab von einem Koch mit gutem Geschmack.“ Mit diesem Zitat des Bauhaus-Künstlers Josef Albers beschreibt Annette Kamieth-Flöer ihren Gestaltungsansatz. Architektur mit ganzheitlichem Ansatz schließt Farbe als wichtigen Funktionsträger mit ein. Wenn Architektur als stimmig empfunden wird, wenn in einem Gebäude gut gewohnt und gearbeitet werden kann, wenn sich die Menschen in einer Umgebung wohl fühlen, so ist dies nicht zuletzt einer gelungenen Farbgestaltung zu verdanken. Farbe schafft Atmosphäre, dient der Identifikation und der Orientierung. In der Architektur übernimmt Farbe neben dem reinen Oberflächenschutz auch eine gestaltgebende Funktion. Ob über Materialsichtigkeit oder Beschichtungssystem, immer entsteht auch ein farbiges Bild, das den Charakter und die Aussage eines Ortes prägt. „Wir betrachten Farben nicht aus dem quantitativen, überwiegend an Farbmustern orientiertem Blickwinkel, sondern als Medium mit mehreren bedeutsamen Einzelfunktionen: Farbe zum Sehen, für eine Umgebung, die Arbeit, Fortbewegung und Kommunikation ermöglicht. Farbe zum Hinsehen, die Akzente setzt, wichtige Bereiche visuell hervorhebt, unwichtige dagegen zurückdrängt. Farbe zum Ansehen, die als dekoratives Element wirkt und für eine repräsentative, stimmungsvolle Atmosphäre sorgt“, erläutert Annette Kamieth-Flöer. „Bei der Gestaltung von Fassaden beachten wir nicht nur die charakteristische Textur, die Gestaltungsabsicht der Architektur, sondern auch die Eingliederung in das städtebauliche Gefüge. Grundlage unserer Farbentwürfe ist außerdem die Abstimmung der Materialien, Formen und Farben und eine enge Kooperation von Auftraggeber, Planer, Nutzer und Farbgestalter in allen Aufgabenbereichen.“
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Referenzen |
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![]() Siedlung Fichtestraße, Mülheim an der Ruhr, MWB |
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![]() m
![]() Innengestaltung eines Pflegeheimes in Erkrath - lesen sie bitte auch die Objektbeschreibung |
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Sanierung
einer Montagehalle in Mülheim Weitere Informationen finden sich auf der informativen Homepage z.B.über die Objekte:
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Wohnsiedlung
des MWB, 1. Platz Fassadenpreis Mülheim 2005
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Veröffentlichungen Beiträge im "Modernisierungsmagazin", der Tagespresse und weiteren Medien |
Objektbeschreibung:
Traditionelle Altenheime gibt es kaum noch. Meist wurden sie in Altenpflegeheime umgewandelt. Nicht zuletzt deshalb, weil rüstige Senioren möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben wollen. Die Übersiedlung von der eigenen Wohnung in ein Pflegeheim ist nicht selten ein kritisches Ereignis im Leben, verbunden mit Gefühlen von Verunsicherung, Hilflosigkeit und Entwurzelung. Eine sorgfältige Raum- und Farbgestaltung kann dazu beitragen, dass sich Bewohner in Pflegeheimen geborgen, sicher und vertraut fühlen.
"Atmosphäre schaffen" war das erklärte Ziel von Wolfgang Kamieth, Architekt und Annette Kamieth-Flöer vom FarbOffice im Rahmen der Umbaumaßnahmen im Altenpflegeheim Haus Bodelschwingh in Erkrath: "Die Räume sollen harmonisch und behaglich sein, damit sich die alten Menschen wie zuhause fühlen. Unser Anliegen war es, ein Umfeld zu gestalten, das "Wohnen" und nicht "Untergebrachtsein" ausstrahlt." Mit dem Umbau des 1982 erbauten Heimes ergab sich die Möglichkeit zu einer umfassenden Neugestaltung. Das Dachgeschoss wurde vergrößert, hier entstanden Therapie-, Gruppen- und Schulungsräume sowie eine großzügige Dachterrasse. Außerdem wurden sämtliche Appartements renoviert und erweitert sowie die Bäder vollständig erneuert. Durch die räumliche Umsetzung des Konzepts "Wohnen und Pflege" wurden auf jeder Etage große Wohn- und Essbereiche geschaffen, die das Zusammenleben fördern, und Küchenzeilen, in denen therapeutisches Kochen angeboten wird.
Farbe zum Sehen
Die Verantwortlichen legten großen Wert auf eine professionelle Farbgestaltung, die biologischen Gegebenheiten des Alters, wie zum Beispiel die Verminderung des Seh- und Orientierungsvermögens mit einbezieht und Kommunikation, Kontaktaufnahme, Orientierung und Konzentrationsfähigkeit fördert. In Vorgesprächen mit der Farbgestalterin Annette Kamieth-Flöer wurde der Rahmen festgesteckt: Grundlage war ein gemeinsames Bekenntnis zum "wohnlichen" Charakter des Hauses und die Vorstellung eines ganzheitlichen Farbentwurfs unter Einbeziehung des Mobiliars, der Böden, Bezugsstoffe und Dekoration.
Um die Individualität und Selbstbestimmung der Bewohner in ihren persönlichen Räumen zu gewährleisten, beschränkte sich die Farbplanung auf die Gemeinschafts- und Aufenthaltsräume sowie die Flure. "Jede Etage hat ihre ganz eigene Farbigkeit", erläutert die Farbgestalterin. "Das erleichtert Bewohnern wie Besuchern die Identifikation mit ihrer Etage und das "Wiedererkennen". Glücklicherweise stieß mein Plan, mit kräftigen, fröhlichen Farben und lebhaften Farbkontrasten zu arbeiten, auf breite Zustimmung!" Die hell lasierten Wandflächen der Flure werden durch farbig abgesetzte Sockel in Orange, Blau, Maigrün und Rot akzentuiert. Mit dieser Farbigkeit stellt sich Annette Kamieth-Flöer gegen die landläufige Praxis, das Umfeld älterer Menschen mit zurückhaltenden Farben zu gestalten. "Eine stimulierende Farbgestaltung wirkt aktivierend auf den Organismus. Ausdrucksstarke Farben regen an, ohne aufzuregen, und sie fördern die gute Laune", erklärt sie ihren Ansatz und fügt hinzu: "Das vitalisiert nicht nur die Senioren, sondern auch das Pflegepersonal, das oftmals physische wie psychische Schwerstarbeit leistet." Das Lichtkonzept mit indirekter Beleuchtung der Wandflächen und einer erhöhten Beleuchtungsstärke mit guter Lichtqualität unterstützt die klare Farbgebung und schafft eine maßgebliche Orientierungshilfe.
Farbe zum Hin-Sehen
Statt der ursprünglich vorgeschlagenen verschiedenfarbigen Küchenzeilen ziehen sich in jedem Geschoss die Sockelfarben im Küchen-/Aufenthaltsbereich über die gesamten Wand- und Stützenflächen. Auf die Küchenrückwände wurden Glasplatten als Spritzschutz montiert, so dass auch dort die Lasur sichtbar bleibt. Im Sinne eines ganzheitlichen Farbkonzepts wurden auch die Farben der Bezugsstoffe und Vorhänge von Annette Kamieth-Flöer festgelegt: Für die Sitzpolster wählte sie unterschiedliche Farben, immer uni und im Kontrast zur lebendigen Farbigkeit der Sockel- und Wandflächen. Die Vorhänge greifen den zurückhaltenden Vanilleton der Tischplatten auf. Sie sind ausschließlich dekorativ und unterstützen den wohnlichen Charakter, da die neuen geschosshohen Fenster mit einem außen liegenden Sonnenschutz versehen sind.
Jede Etage ziert außerdem ein auf die Sockelfarbe abgestimmtes Blumenpaneel, das Bewohner wie Besucher schon beim Öffnen der Aufzugstür willkommen heißt und dessen fröhliches Motiv sich auch in den Fluren im Bereich der Apartments wiederholt.
In der gerontologischen Station verzichtete man auf Anraten der Pflegeleitung auf diese im Gesamtkonzept vorgeschlagenen Blumenmotive, da sie unter Umständen zu Irritationen bei den an Demenz erkrankten alten Menschen führen könnten. Die Pflegeleitung wünschte sich für diese Station besonders starke Farbkontraste als Orientierungshilfe, was von der Farbgestalterin mit einer leuchtend roten Sockelbeschichtung umgesetzt wurde.
Farbe zum An-Sehen
Von Architektenseite aus waren mineralische Farben für den Innenbereich vorgesehen. Silikatfarben sind diffusionsoffen, feuchteregulierend und allergikerfreundlich und daher besonders geeignet für sensible Bereiche. Darüber hinaus erzeugen die sanft-matte Oberflächenqualität und die Brillanz der natürlichen Farbtöne eine ganz besondere Farbwirkung. Aufgrund der langjährigen guten Erfahrungen mit Keimfarben entschied sich Annette Kamieth-Flöer auch bei Haus Bodelschwingh für Produkte aus dem Hause Keim. Auf Keim Intact Strukturputz kamen eine Schicht Biosil weiß mit Spezial Fixativ und anschließende lasierende Anstriche in Sondertönen, die nach den Vorgaben der Farbgestalterin vom Keim-Fachberater und dem ausführenden Malerbetrieb vor Ort bemustert wurden.
Die Resonanz auf die Neugestaltung ist bei Bewohnern wie Angehörigen, Mitarbeitern und Bauherrn gleichermaßen positiv. Großes Lob für die Neugestaltung kam von einem achtzigjährigen Architekten und ehemaligen Mitglied des Bauausschusses, der selbst früher für die Gestaltung der Evangelischen Altenheime in Erkrath zuständig war: "Ich hätte nie den Mut zu dieser intensiven Farbigkeit gehabt, aber ich bin sehr angetan von der neuen Atmosphäre des Hauses!"
Beteiligte:
Bauherr Ev. Altenheim "Haus Bodelschwingh", Erkrath
Farbgestaltung Annette Kamieth-Flöer, FarbOffice, Mülheim an der Ruhr www.farboffice.de
Architektur Wolfgang Kamieth Architekten, Mülheim an der Ruhr www.architekt-kamieth.de
Ausführender Malerbetrieb Malerfirma Nölling, Erkrath
Zu den Bildern:
Unterstützt wurde die Farbgestalterin durch Klaus Kemski, Anwendungstechniker bei KEIM, der Rezepturen und Farbbemusterungen erstellte. Weitere Bemusterungen lasierender Farbanstriche am Objekt wurden von der beauftragten Malerfirma Nölling ausgeführt.
Bei der Beschilderung der Etagen wurden jeweils die Sockelfarben und das farblich entsprechende Blumenmotiv als Orientierungshilfe eingesetzt.
Das Studio im ausgebauten Dachgeschoss wurde weiß beschichtet, als Farbtupfer wirken die türkisen Stuhlpolster und Schiebeelemente der Fensterdekoration.
Die unterschiedliche Grundfarbigkeit unterstreicht die Eigenständigkeit und Identität der einzelnen Wohngeschosse. Farbwahrnehmungen wecken Erinnerungen und wirken auf die Sinne. Eine gezielt eingesetzte Farbgestaltung