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15.12.2001
8.12.2000 (Vergleich: Meldung aus dem letzten Jahr)
15.12.2001:
BASF-Coatings: Farbdesigner prognostizieren globale Trends
Phänomen Farbe 15.12.2001. Münster/Southfield, Michigan, USA. Welche Farben sind in den nächsten Jahren bei Fahrzeuglacken angesagt? Die Farbexperten von BASF Coatings in Deutschland, USA und Japan, stellten jetzt, nach Gesprächen mit den Automobilherstellern in den jeweiligen Regionen, ihre jährliche Farbtrendprognose für zukünftiges Fahrzeugdesign vor. Erfahrungsgemäß finden die vorhergesagten Trends meist zwei oder drei Baujahre später Eingang in das Fahrzeugdesign.
Europa: Erneuerung und Optimismus: Die Europäer bevorzugen nach Einschätzung von Farbdesignerin Renate Weber leuchtende, optimistische Grundfarben, die aus Skandinavien und der Karibik stammen und die besonders ausdrucksvoll sind, wenn sie mit Metallic-Effekten kombiniert werden. Sie stellt auch einen Trend zu gepflegten, warmen Beigetönen fest, die das Glitzern der Sonnenstrahlen einfangen, sowie zu neutralen Grautönen und faszinierenden Mischfarben von Lila bis Türkis und Bordeaux bis Schwarz-Violett. Einige neue Farben übermitteln sogar ein eher "historisches" Gefühl, wie zum Beispiel ein, wie sie es nennt, gepudertes Mauve, das geradewegs aus dem 19. Jahrhundert zu kommen scheint.
Nach Ansicht von Renate Weber konzentrieren sich die neuen Designtrends in Europa auf das Thema "Erneuerung". "Farben manifestieren sich in den Veränderungen des Lebens und verlangen nach Erneuerung", erläutert sie. "Wir erleben zur Zeit ein neues Bewußtsein für grundlegende Werte, wie zum Beispiel soziale Verantwortung, Menschlichkeit und Ausdauer. Die jungen, revolutionären Designer, die die neuen Stilrichtungen der Zukunft vorgeben, sind nicht von Konventionen beeinflußt. Sie versehen das neue Produktdesign mit einem spielerischen und dennoch visionären Aspekt. Dabei sind Farbtöne für Fahrzeugteile im Außenbereich wichtige Instrumente zur Schaffung dieses neuen Gefühls." Und so sieht Ihre Prognose für die wichtigen kommenden Trends für Fahrzeuglacke in Europa aus:
Silber und Gold: Reine Silbertöne werden durch Variationen ersetzt, welche die Faszination, die von Edelmetallen ausgeht, sowie eine enge Beziehung zwischen Technologie und Natur widerspiegeln. Gold steht für Perfektion, Wohlstand und Macht und die Spanne an Farbtönen von Gold bis Silber wird bei Luxusfahrzeugen sehr interessant werden.
Porzellan-Weiß: Designer, Trendsetter und Forscher sagen ein Comeback für Weißtöne in Europa voraus. Weiß wird seinen Ruf als Niedrigpreisfarbe verlieren und durch den Zusatz von Pigmenteffekten eine interessante Ergänzung zu zarten Pastelltönen darstellen.
Gelb, Orange und Rot: Die Gelbtöne werden heller und weicher werden und bis hin zu neuen Beigetönen reichen. Die neuen Orangetöne werden dank neuer Pigmenteffekte sanft und vornehm sein. Die roten Farbtöne werden, ebenso wie für Nordamerika vorausgesagt, mehr in die bläuliche Richtung gehen und so tiefrot und körperreich sein wie ein edler Bordeaux.
Schwarz und Grau: Das Wachstumspotential in diesem Farbbereich ist immer noch sehr groß, sowohl in seiner traditionellen wie auch in seiner modernen Version. Der wichtigste Aspekt für zukünftige Trends in dieser Farbpalette ist, eine neue Art von Funktionalismus zu demonstrieren.
Grün und Braun: Obwohl Grün im Angebot der Automobilhersteller nicht fehlen darf, ist die Nachfrage nach diesem Farbton in Europa erheblich gesunken. Darüber hinaus wurde der Enthusiasmus der Designer für die elegante Palette von Brauntönen von den Kunden nicht geteilt.
Nordamerika: Belebung durch zusätzliche Effekte: "Ein besonders gelungenes Fahrzeugdesign bringt die Schönheit und den Charakter einer Maschine stärker zur Geltung als die Geschwindigkeit, die sie erzeugen kann," sagte Jon Hall, Leiter der Farbtonentwicklung des Geschäftsbereichs Fahrzeuglacke von BASF Coatings in USA. "Ein stromlinienförmiges Fahrzeugdesign mit durchgehenden Linien von der Motorhaube bis zum Heck vermittelt den Eindruck, daß das Fahrzeug selbst im Stehen mehr als hundert Kilometer die Stunde fährt und läßt im allgemeinen andere Autoteile wie Spiegel, Kotflügel und Leuchten bei der Betrachtung untergehen. Wir stellen inzwischen eine Fokusverschiebung fest: einzelne Teile und Formen dürfen jetzt in ihrer Ästhetik Teil eines Ganzen werden und gemeinsam einen "industriellen Organismus" bilden. Die einzelnen Elemente können dabei sogar aus unterschiedlichen Materialien mit unterschiedlichen Strukturen bestehen", erklärt Hall.
Dieser neue Trend im Design habe die BASF inspiriert, mit verschiedenen Arten der Überlagerung von Farbeffekten zu experimentieren. "Da dieser neue Trend die klassischen Kfz-Farbtonbereiche wie Silber, Dunkelblau und Rot zugrunde legt, ist es wichtig, diese Farbtöne durch zusätzliche Effekte neu zu beleben. Um einen klassischen Farbton zu differenzieren bzw. zu betonen, können die Designer den Glanzgrad des Lacks verringern, den Glitzereffekt verstärken oder auch Lacke entwickeln, die in der Dunkelheit leuchten oder reflektieren. Farben werden daher bei einem niveauvollen Fahrzeugdesign, dessen Betonung auf Ästhetik und Charakter liegt, eine Schlüsselrolle spielen", berichtet Hall.
Die anspruchsvollen Farbtöne dieser neuen Ära werden nach Auskunft des Farb-Stylisten klar und frisch. "Alles, was ausgewaschen oder trübe aussieht oder keine klare Unterscheidung zuläßt, wird nicht mehr aktuell sein, mit Ausnahme von neuen Materialeffekten, die eine natürliche Zartheit mit sich bringen könnten.
Die meisten neuen Farbrichtungen werden jedoch sehr hell, sehr dunkel oder sehr farbenfroh sein," so Hall. Er gab weitere Einzelheiten der Prognosen hinsichtlich der fünf wichtigen Farbtonfamilien für das nordamerikanische Fahrzeugdesign bekannt:
Strahlendes Metall: Metallische Effekte stellen den wichtigsten Designtrend dar. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Farbton so sanft wie "flüssiges Silber" oder eher funkelnd und kristallklar wie ein Diamant wirkt. Beide Varianten müssen so hell und klar wie möglich sein. Dieses neue Aussehen der klassischen Metallic-Farbtöne wird das Design von über 50 Prozent der Farbtöne entscheidend beeinflussen, die in den nächsten zehn Jahren im Zuge weiterer Entwicklungen auf den Markt kommen.
Leidenschaftliches Blau: Blau findet immer noch keine Beachtung. Das liegt vielleicht daran, daß Blau als "nüchtern" oder auch als "gediegen" angesehen wird, ebenso wie Grau und Weiß. Neu ist, daß die Farbe Blau durch den Zusatz von Rot einen Hauch von Leidenschaft erhält. Diese neuen, rötlichen Blautöne vermitteln mehr Luxus und Inspiration als das Blau, das man heute auf den Straßen sieht. Sie werden entweder sehr dunkel sein und sich an der Grenze zu schwarz bewegen oder hell und silbrig in winterlichen Tönen.
Schwarz ist doch eine Farbe: Die Designideen werden Schwarz in vielen verschiedenen Varianten wieder aufgreifen, wie z.B. blau-, grün- und rotschwarze Töne, die alle einen eleganten Eindruck vermitteln. Als feinfühliger Ausdruck eines edlen Geschmacks für die Schönheit der Maschine sollen diese Farben für eine gute Oberfläche, gutes Design und zeitlose Qualität stehen.
Erzfarben: Bernsteinfarben oder Ocker, das sind die neuen Richtungen bei den Orangetönen. Da diese neuen Orangetöne eher zu Gelb tendieren, können sie leicht aufgehellt werden, ohne fleischfarben zu wirken, oder auch dunkler getönt werden, ohne braun auszusehen. Ganz gleich ob dieses Orange nun zart und luxuriös oder eher leuchtend und sportlich ist, es ist warm genug, um natürlich zu wirken, und dennoch gelb genug, um an metallisches Erz zu erinnern.
Royalrot: Gelbliche Rottöne sehen gut aus, wenn sie hell und leuchtend sind, da sie dann sportlicher wirken. Der Schlüssel zu einer Wiederbelebung der Rottöne werden jedoch dunklere, königliche Rottöne mit einer Nuance von edlem Blau sein. Der Trend bei den Designideen wird sich weg von feurigen hin zu neuen "blaublütigen" Rottönen bewegen, die an Oldtimer erinnern mögen, aber eigentlich ganz neu sind.
Japan: Mensch und seine Interessen im Vordergrund: Bei den Fahrzeugfarben in Japan wird sich der Schwerpunkt von Wissenschaft und Technik auf den Menschen und seine Interessen verlagern. "Der wichtigste Aspekt der neuen Designideen wird die Vermarktung vom Spaß am Automobil sein", sagte Eiji Fujimori, Leiter Farbtondesign der BASF NOF Coatings, Japan. "Die Menschen sollten das Autofahren genießen, und neue Designideen für Fahrzeuge dürfen nicht zu ernst ausfallen. Ein neuer Freiheitssinn ist in den in Japan entwickelten Prototypen erkennbar, der nach neuen Farbtönen und Materialien verlangt. Diesen frischen Wind kann man in allen von uns entwickelten neuen Farbtönen erkennen."
"Von Bedeutung ist auch eine spezielle Nuance in Richtung changierender Interferenzeffekte bei zahlreichen Farbtönen, die auch den Trend zu einem neuen Appearance des Materials unterstützt", fügte Fujimori hinzu. Er prognostiziert die folgenden Farbtrends für den japanischen Markt:
Neutrale Farben: Diese Farben sind immer noch die wichtigsten auf dem japanischen Markt. Sie werden durch eine futuristische Richtung beeinflußt werden, die durch eine ebenmäßige Oberfläche in Kombination mit Interferenz- bzw. changierenden Farbeffekten erzielt wird. Der Trend zu Silber, inklusive dunkler Silbertöne, wird ebenso zunehmen wie neue Schwarztöne mit sanften Perleffekten oder farbigen Nuancen. Weiße Farbtöne, die entweder changierende Effekte haben oder fast wie fluoreszierendes, bläuliches Weiß wirken, werden eine bedeutende Rolle spielen.
Beige: Diese wichtige neue Farbe weckt ein Gefühl von Romantik, Zärtlichkeit und Behaglichkeit und wird künftig auf vielen japanischen Fahrzeugen zu sehen sein.
Rot: Als Fahrzeugfarbe ist Rot in Japan nicht so beliebt wie in anderen Regionen. Es ist möglich, daß die Nachfrage leicht steigen wird, aber der Trend geht mehr hin zum ausdrucksstarken Pink. Diese Farbtöne würden jedoch sehr blaß ausfallen oder als Farbakzent bei Silber eingesetzt werden.
Gelb: Das Interesse an lebendigen Gelbtönen, die ein Sportwagenimage vermitteln, steigt, insbesondere das Interesse an zarten oder hellen Tönen. Gelb wird jedoch nur für Sonderanfertigungen verwendet werden.
Grün: Japan wird eine Wiederbelebung von Grün in hellen Farbtönen erleben, die erfrischend und gesund wirken. Eine gesteigerte Nachfrage nach tiefen Tönen ist nicht zu erwarten.
Blau: Die ganze Palette von Blautönen ist von großer Bedeutung. Dies trifft besonders auf "klare Blautöne" zu, die an den Himmel, Wasser oder Licht erinnern.
Violett: Rötliches Violett in sehr blassen oder sehr dunklen Tönen stößt bei den Designern auf Interesse.
8.12.2000:
BASF Coatings: Auto-Farbtrends
Phänomen Farbe 8.12.2000. Wie die BASF Coatings AG, Münster, in Coatings Partner" schreibt, ist der Rot-Anteil bei den Autofarbtönen in der EU in den den letzten acht Jahren kontinuierlich zurück gegangen. Neuerdings besteht jedoch eine auffälige Akzeptanz für dunkle, elegante Rottöne, die in Schrägsicht bläulich wirken. Bei 80% der derzeit ausgearbeiteten roten Töne handelt es sich um Metallics. Die Firma bemerkt weiter, die Nachfrage nach Braun sei in Europa sehr gering, während Grau und Silber sehr wichtige Bereiche seien. Bei Neuentwicklungen würden Spezialeffektpigmente eingesetzt, um einzigartige Silbertöne und Pastellnuancen zu erzielen.
In Japan verlaufe die Entwicklung parallel zu den weltweit beobachteten Designtrends. Dies führe zu silbernen und bläulich-silbernen Tönen, in denen sich ein unter den Gestaltern sehr gesuchtes technisches Stahlblau" widerspiegele. Rot schon 1998 nur 2,5% bei den Pkw-Zulassungen nehme weiter ab. Spezielle Mehrfarbeneffekte würden fleißig entwickelt, dürften aber demnächst nur einen 10%-Anteill auf der Beliebtheitsskala erreichen. Dem gegenüber seien neutrale Farbtöne in Japan von großer Bedeutung.
Braune, goldene und orange Töne fänden in der NAFTA-Region erneut
Interesse, auf bis zu 10% wird deren künftiger Anteil geschätzt. Für große Fahrzeuge
und die Luxusklasse spielten beige und goldene Töne (15-20%) eine Rolle. Dunkle
Kupfertöne könnten nach Meinung der BASF-Experten Eiji Fujimori, Jon Hall und Renate
Weber (im Bild von links)
In einer früheren Ausgabe von Coatings Partner" berichtete die BASF Farbdesignerin Renate Weber zuvor von Ihren Erkenntnissen über die Farbtrends bei Automobilen in den nächsten drei bis vier Jahren in Europa. Generell prognostiziert sie eine Tendenz zu effektvoll, aber ruhig und edel". Einerseits sieht sie z.B. die feinnuancierte Variation der Grundtöne Schwarz und Grau sowie der klassischen Rot-, Blau- und Grünfärbungen. Zu extremer Farbwahl tendieren demgegenüber die Individualisten, die sich davon abheben wollen. Aber die Farbigkeit gehe trotz aller neuen Effekte in den nächsten Jahren zurück, die Palette werde ruhiger, eleganter und zurückhaltender. Jil Sander läßt grüßen. Den einzelnen Farben sagt sie folgende Entwicklung voraus:
Rot: Die aktuellen, warmen und orangeroten Farbtöne werden sich in leicht blaustichige Rottöne bis hin zu Brombeer und Pflaumenrot verändern. Tendenz: Konstant
Blau: Seit den 80er Jahren Nimmt dieser Farbbereich ständig zu. Heute hat Blau mit einem Anteil von 24 Prozent seinen Zenit erreicht. Nur in den USA werden Blautöne noch zunehmen. Tendenz: Leicht fallend.
Braun: Das dunkle Orange, Rostbraun, Schwarzbraun und Gold der Erde strahlt Sicherheit und Wohlgefühl aus. In Japan kaum als Trend erkennbar, in Europa leicht steigend, ist Braun nur in den USA als traditioneller Farbton in der Palette sichtbar. Tendenz: Leicht steigend.
Silber: Der neutrale Klassiker Silbergrau, Anthrazit und Platin steht zwischen Tag und Nacht, verbindet das klare Weiß mit dem strengen Schwarz. Tentenz: Stark steigend.
Schwarz: Klassiker erleben eine Renaissance im Autodesign. Das trifft auch auf Schwarz zu. Tendenz: Steigend..
Grün: In den 90ern stand Grün für Cocooning, Ökologie, Wärme, Sehnsucht und Familie. Zum Ende des Jahrtausens ist der Trendfarbton etwas rückläufig. Neu dind die zurückhaltenden und farbschwächeren Schilf und Bambustöne. Dabei spielen neuartige Interferenzpigmente aus der mVariocrom-Familie eine wichtige Rolle. Tendenz: Leicht fallend.
Gelb: Die Farbe für Energie und Intensität. Die strahlenden Unifarbtöne werden von den Individualisten bevorzugt. Neuartige Pigmente ermöglichen Metallicfarbtöne in vollen Nuancen von Zitrusgelb über Mais bis Goldgelb. Tendenz: Leicht steigend.
Herangezogen werden für Farbinspirationen von der Designerin Einflüsse aus Kunst, Musik, Film, Natur , Mode und das Studium alter Kulturen. Der Kontakt zu unabhängigen Trendforschern und Designern ist unabdingbar. So überrascht es nicht, wenn Renate Weber bei Ihren Prognosen häufig Übereinstimmung mit Lackdesignkollegen wie dem Japaner Eiji Fuijimori oder dem Amerikaner John Hall konstatiert.
Die Leiterin Advanced Color and Trim" bei BMW, Claudia Kruse meinte
im gleichen Beitrag, Farben spiegelten nicht mehr nur wunderschöne Farbwelten, sondern
hätten jetzt unterschiedlichste Funktionen, wie z.B. selbstheilende oder
schmutzabweisende Oberflächen, sicherheitsrelevante Lichtreflexion, auf die
Umgebungstemperaturen reagierende, angenehme Farbtonwechsel zu inszenieren oder auf die
Stimmungen oder Wünsche der Nutzer zu reagieren. Mood Color" nennt sie das.
Über die internationalen Trends in früheren Jahren können Sie unter nachschlagen nachlesen.